Schlossgarten
Für einen Rasen wie bei einem Schlossgarten (Foto: Barockschloss der Feštetićs in Keszthely, Ungarn) bedarf es gute Rasenpflege rund um das Jahr. ©Alexander Stahr

Im Verlauf eines Jahres braucht ein Rasen ausreichende Pflege, um optimal zu gedeihen. Zu diesen Pflegemaßnahmen zählen Düngen, Mähen und eventuell Moos und Unkräuter entfernen sowie bei Bedarf Vertikutieren. Selbst im Winter, wenn der Rasen mal keiner Pflege bedarf, sollten Sie auf einige Dinge achten.

Frühling

Frühling
Mit Frühlingsblumen im Rasen sollte man es nicht übertreiben. ©Alexander Stahr

Wenn es bereits im März die Witterung zulässt und die Vegetationszeit jetzt schon beginnt, ist der Zeitpunkt gekommen, eine erste Düngung auszubringen. Sie können dabei einen normalen Rasendünger oder einen Langzeitdünger verwenden. Mit einem Langzeitrasendünger ist Ihr Rasen für ein halbes Jahr ausreichend mit Stickstoff, Kalium, Phosphat und Magnesium versorgt.

Sollte Ihr Rasen unter der Kälteperiode des Winters gelitten haben, können Sie zur schnellen Regeneration des Rasens einen Starterdünger verwenden. Um Mooswachstum im Rasen zu dieser Zeit schon zu unterdrücken, haben sich Dünger mit erhöhtem Eisenanteil bewährt. Denn oft ist Frühjahr manch eine Stelle im Rasen etwas verfilzt und es hat sich Moos ausgebreitet. Werden die betroffenen Bereiche bei der Rasenpflege nicht behandelt, verdrängt das Moos langfristig die Gräser. Auch vertikutieren ist in diesem Fall sinnvoll. Der Rasen sollte beim Vertikutieren aber bereits in der Wachstumsphase sein, damit sich Lücken wieder schließen.

Bei einer Rasenneuanlage im Frühjahr – sofern die Bodentemperaturen auch nachts über 10°C liegen – sollten Sie auch einen Starterdünger verwenden, damit es keinen „Fehlstart“ gibt. Bei Bodenfrost keimt das Saatgut nicht oder nur recht ungleichmäßig. Je nach Witterung sollten sie Ihren Rasen ab Ende März bis Anfang April alle sieben Tage (einmal pro Woche) mähen. Im Prinzip also dann, wenn er im Frühjahr anfängt zu wachsen.

Sommer

Rasen im Sommer
Rasen im Sommer. Bei sonnigem trockenem Wetter und hochsommerlichen Temperaturen müssen Sie Ihren Rasen bewässern. ©Alexander Stahr

Je nach Art und Wirkdauer des im Frühling ausgebrachten Düngers kann im Frühsommer die nächste Düngung vorgenommen werden. Selbst frühzeitig ausgebrachte Langzeitdünger sind nun fast aufgebraucht. Gut sind kaliumreiche Dünger, da eine ausreichende Kaliumversorgung Krankheiten vorbeugt. Falls die Temperaturen nicht allzu hoch sind, kann eine Rasenneuanlage noch im Juni erfolgen. Bei sonnigem trockenem Wetter und hochsommerlichen Temperaturen müssen Sie Ihren Rasen bewässern. Damit sich keine Schadpilze über Ihren Rasen hermachen, sollten Sie in den frühen Morgenstunden bewässern, damit die Gräser über den Tag abtrocknen können. Bei nicht zu großer anhaltender Trockenheit reicht ein dreimaliges intensives Bewässern pro Woche aus. Alle sieben Tage den Rasen mähen. Im Spätsommer sollten Sie den Rasen nur noch bei starker Verfilzung durch eine dichte Schicht von nicht verrotteten Pflanzenfasern vertikutieren, denn die Vegetationsperiode der Gräser neigt sich dem Ende entgegen und sie können sich dann schlechter regenerieren.

Herbst

Laub
Im Herbst sollten Sie vorhandenes Laub von Ihrem Rasen entfernen. ©Alexander Stahr

Im Herbst ist es Zeit, den Rasen fit für den Winter zu machen. Dazu geben Sie dem Rasen einen kaliumreichen Dünger mit langsam löslichem Stickstoff, der die Gräser stärkt und vor Krankheiten schützt, denn im Winter ist das Wachstum des Rasens eingeschränkt. Mähen Sie den Rasen nochmals im Herbst. Bei zu langem Wuchs legen sich die Gräser um und faulen. Doch mähen Sie nicht zu tief, sonst werden bei starkem Bodenfrost die Wurzeln geschädigt. Empfehlenswert ist eine Länge von etwa vier Zentimetern.

Wichtig im Herbst ist, dass Sie womöglich vorhandenes Laub von Ihrem Rasen entfernen. Denn unter dem Laub entwickelt sich ein Kleinklima, in dem sich Pilze, die dem rasenschaden können, besonders gut entwickeln.

Winter

Maulwurfshügel
Der unter Naturschutz stehende Maulwurf ist das ganze Jahr aktiv. Im Winter fallen Maulwurfshügel im Rasen besonders auf. Mit dem Vertreiben des Bodenbewohners (etwa durch Geruchsstoffe) sollten Sie bis zum Frühjahr warten. Betroffene Stellen können Sie nach Einebnung der Hügel zur schnellen Regeneration des Rasens mit einem Starterdünger einsähen. ©Alexander Stahr

Die Gräser Ihres Rasens befinden sich jetzt in der Winterruhe. Pflege ist nun nicht mehr notwendig. Bei Temperaturen unter null Grad Celsius bzw. bei Frost sollte der Rasen möglichst nicht betreten werden. Grashalme können dann durch die Trittbelastung brechen und absterben. Im Frühjahr zeigen sich dann gelblich verfärbte Halme oder kahle Stellen. Dadurch würde an einigen Stellen im Rasen eventuell eine Nachsaat im Frühjahr erforderlich. Wenn Sie Schnee von Wegen im Garten räumen, sollte der Schnee nicht auf der Rasenfläche gelagert werden. Die abgelagerten Schneemassen verdichten sich, wodurch sie die Gräser und den Boden durch Druck belasten, was eine negative Auswirkung auf den Boden und die Gräser zur Folge hat. Zudem dauert das Auftauen des angehäuften Schnees recht lange, wodurch die Gräser unter Luft- und Lichtmangel im Frühjahr leiden und in der Folge absterben können. Natürlich ist auch Auftausalz im Garten Tabu. Damit würden Sie nicht nur den Rasen, sondern auch viele andere Pflanzen im Garten schädigen.

Wenn Sie unbedingt den Rasen im Winter betreten müssen, sei es, weil Sie zum Beispiel zu einem Gerätehaus, Komposthaufen oder zu einem Gewächshaus gehen müssen, sollten Sie vorher größere Tritt- oder Laufbretter aus Holz oder Kunststoff auf den Rasen legen. Dadurch wird Ihr Gewicht über eine größere Fläche verteilt und es entstehen keine einzelnen schädlichen Druckstellen.