Klasse: Gleye (≈ WRB Gleysols)

Böden mit Ah/G-Profil

Auengley
Auengley aus holozänem Auenschluff bei Büdingen-Eckartshausen im hessischen Wetteraukreis. ©Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG)

Böden der Klasse Gleye sind den Schwankungen des Grundwassers ausgesetzt. Daher weisen sie unter dem Oberboden einen Horizont mit rostig-braunen Flecken auf. Hier werden Eisen- und Manganverbindungen oxidiert. Dieser Go-Horizont (G von Grundwasser und o von oxidiert) ist durch die zeitweise auftretende Vernässung (hoher Grundwasserstand, kapillarer Aufstieg von Grundwasser)sozusagen verrostet.

Dort, wo darunter das Grundwasser den größten Teil des Jahres steht, herrscht Sauerstoffarmut. Daher werden in diesem Bereich Eisen- und Manganverbindungen reduziert. Das zeigt sich in einer grauen, graugrünen oder grauschwarzen Färbung dieses Gr-Horizontes (r von reduziert). Steht das Grundwasser das ganze Jahr über sehr hoch, fehlt der Go-Horizont. Man spricht dann vom Bodentyp des Nassgleys. Wenn sich im Oberboden erste Merkmale einer Moorbildung zeigen, handelt es sich um Anmoorgleye und Moorgleye. Böden in Flussnähe, die über dem G-Horizont noch Horizonte ohne deutliche Hydromorphierung aufweisen zählt man zu den Auenböden (Vega).

Pelosol-Gley
Pelosol-Gley. ©Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG)

Infolge des stark schwankenden Grundwasserstandes ist der Go-Horizont der Gleye im Sommer oft trocken, im Winter und Frühjahr bei hohem Grundwasserstand häufig luftarm, nass und kalt. Gleye werden daher landwirtschaftlich als Dauergrünland (Weide) genutzt. Die ackerbauliche Nutzung ist nur bei Gleyen mit geringen Grundwasserständen oder nach einer Entwässerung möglich. Eine forstliche Nutzung ist mit nässeliebenden Baumarten wie etwa Erle, Esche und Pappel möglich.

Foto Auengley: Der Gley-Subtyp Auengley ist im Gegensatz zum Normgley mit Ah/Go/Gr-Profil durch eine ausgeprägte Auendynamik mit großer Schwankungsamplitude des Grundwasserspiegels charakterisiert. Er ist neben der Vega (Braunauenboden oder Brauner Auenboden) der typische Boden der Bach- und Flussauen. Auengleye weisen ein aAh/aGo/aGr-Profil auf (a für Auendynamik).

Foto Pelosol-Gley: Die Aufnahme zeigt einen Pelosol-Gley (Gley-Subtyp) bei Hanau-Steinheim (Hessen) aus flachem Auenschluff (Holozän) über Auenton (Holozän) über tiefem Auenton (Pleistozän). Profil: Ah/rAp-Go/IIP-Go/IIIGro/IVGr. Der P-Horizont ist ein mineralischer Unterbodenhorizont mit einem Tongehalt von meist > 45 Masse-% und der typische Horizont des tonreichen Bodentyps Pelosol. Das abgebildete Profil weist einen reliktischen Ap-Horizont auf (r dem Hauptsymbol A vorangestellt für reliktisch, p nachgestellt für Pflug). Im Ap-Horizont hat sich bei Brache ein humoser Oberboden (Ah-Horizont) ausgebildet bzw. entwickelt. Ein typischer Pelosol-Gley (ohne Beackerung) hat gemäß AG Boden (2005) ein Ah/P,P-Go/Go/Gr-Profil (Komma = alternativ).

Vega-Gley
Gley-Subtyp Vega-Gley. ©Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG).

Foto Vega-Gley: Gley-Subtyp Vega-Gley aus Auenlehmschluff (Holozän) über Flusskieslehm (Holozän) über Auentonschluff (Holozän) bei Weilmünster (Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen). Profil: aAh/aGo-M/aM-Go/IIaGo/IIIaGor/IIIaGr (WRB wenn sulfidischer Gr-Horizont: Thionic Gleysol; wenn mollic horizon: Mollic Gleysol; wenn Kalkanreicherung zwischen 5 und 10 dm Calcic Gleysol; wenn umbric horizon: Umbric Gleysol; wenn gröber als lehmiger Sand: Arenic Gleysol; wenn ≥ 1 % Humus bis 5 dm reichend: Humic Gleysol, wenn kalkhaltig zwischen 2 und 5 dm: Calcaric Gleysol; wenn Basensättigung < 50 %: Dystric Gleysol; wenn Basensättigung ≥ 50 %: Eutric Gleysol, sonst Haplic Gleysol).

Literatur:

Ad-hoc-Arbeitsgruppe Boden (2005): Bodenkundliche Kartieranleitung, Hrsg.: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Geologischen Diensten, 5. Aufl., 438 S.; 41 Abb., 103 Tab., 31 Listen; Hannover.

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