Klasse: Naturnahe Moore (≈ WRB Histosols)

Böden mit hH/(IInH/)(II,IIIfF/) … -Profil

Das Große Torfhausmoor im Harz
Das Große Torfhausmoor oder Radaubornmoor ist ein Hochmoor und Teil des Nationalparks Harz. ©Alexander Stahr

Nach der Bildung eines Niedermoors kann sich die Mooroberfläche unter günstigen Standortbedingungen durch weiteres Wachstum der Pflanzen und Abkoppelung vom Grundwasser über ein Übergangsmoor zum Hochmoor entwickeln. Der pH-Wert des Moorwassers – man könnte auch Bodenwasser sagen – ist nun sehr niedrig (+/- 3,5, oft < pH 3,5) sowie nährstoff- und sauerstoffarm. Der Torfkörper des Hoch- oder Regenmoores, das nur noch vom Niederschlag „ernährt“ wird, besitzt nun eine uhrglasförmige (konvexe) Oberfläche. Man spricht auch ombrogenen oder ombrotrophen Mooren (vom griechischen ómbros = Regen).

Hochmoor
Hochmoor. ©Karl-Josef Sabel

Bei weiterem Wachstum verschwindet der Bruchwald und schließlich bilden vor allem Torfmoose, die zahlreichen Sphagnum-Arten sowie Wollgräser (Eriophorum spec.), Moosbeere (Vaccinium oxycoccos), Binsen (Juncus spec.) und andere Hochmoorpflanzen den gewölbten Torfkörper des Hochmoores.

Im Idealfall findet sich also eine vertikale Abfolge von vier Bodentypen: Unterwasserboden (zum Beispiel Grauschlammboden, auch Gyttja genannt), Niedermoor, Übergangsmoor und Hochmoor mit jungem Weißtorf und dem stärker zersetzten, älteren Schwarztorf, wobei süddeutsche Hochmoore die Unterscheidung zwischen Weiß- und Schwarztorf nicht eindeutig zulassen. Das Normhochmoor besitzt nach der deutschen Bodensystematik (AG Boden 2005) ein hHw/(hHr/)(uHr/)(nHr/)(IIfF/)-Profil.

Literatur:

Ad-hoc-Arbeitsgruppe Boden (2005): Bodenkundliche Kartieranleitung, Hrsg.: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Geologischen Diensten, 5. Aufl., 438 S.; 41 Abb., 103 Tab., 31 Listen; Hannover.

[sam id=7 codes=’false‘]