Wassertropfen trifft auf Boden
Die Erosivität von Niederschlägen ist u. a. abhängig von der kinetischen Energie von Wassertropfen, die auf den Boden auftreffen. gemeinfrei, U.S. Department of Agriculture (USDA)

Die Bodenerosion ist ein weltweites Umweltproblem. Allein der Verlust an humosem Oberboden durch Erosion wird pro Jahr weltweit auf etwa 23 bis 26 Milliarden Tonnen geschätzt. Bodenerosion (Abtragung des Bodens) erfolgt insbesondere durch Wasser und Wind bei weitgehend vegetationsloser Bodenoberfläche. Bodenerosion kann aber auch durch den Einsatz landwirtschaftlicher Maschinen (Pflugerosion) sowie durch eine veränderte Landbewirtschaftung (Brache, Extensivierung) erfolgen. Letztere bewirkt vor allem im Hochgebirge Bodenverluste durch Schneeschurf und Grundlawinen (Auflassung von Almen).

Die Erodierbarkeit beschreibt die Anfälligkeit oder den Widerstand eines Bodens gegen Ablösung und Transport durch Wasser und Wind. Sie ist von verschiedenen anderen Bodeneigenschaften abhängig: Bodenart, Aggregatstabilität, Scherwiderstand, Konsistenz, Infiltrationskapazität, Humus- und Carbonatgehalt. Die Erodierbarkeit gibt den Zustand des Bodens wieder.

Die Anfälligkeit eines Bodens gegenüber Abtragung durch Wasser und Wind wird zudem durch die Erosivität von Niederschlägen und Wind bestimmt. Die Erosivität von Niederschlägen und Wind beschreibt deren Wirkung (z. B. kinetische Energie von Wassertropfen) auf die Bodenoberfläche (Intensität). Gegenüber der Wassererosion sind vor allem schluffreiche Böden (Lössböden) anfällig. Besonders erosionsgefährdet durch Wind sind Sandböden mit hohem Anteil an Fein- und Feinstsand. Auch ackerbaulich genutzte Moorböden sind durch Wind sehr leicht erodierbar.