Aufschüttung
Aus dieser Aufschüttung im Wald kann sich im Laufe der Zeit ein Boden entwickeln. ©Alexander Stahr

Die Bodenentwicklung wird in der Bodenkunde als Pedogenese bezeichnet (von griechisch pédon = Boden und génesis = Entstehung). Eine der wichtigsten Vorraussetzungen für die Entwicklung der meisten Böden ist die Verwitterung der Gesteine. Der „meisten“ deshalb, da auch Moore und organische Auflagen aus Blättern oder Baumnadeln, die so genannte Streu, als Boden definiert sind. Bodenkundler unterscheiden prinzipiell zwischen physikalischer und chemischer Verwitterung.

Auch der Vorgang der Verwesung oder Verrottung von Tieren und Pflanzenteilen ist eine wichtige Vorraussetzung für die Entwicklung eines Bodens. Zu beiden Vorgängen oder Prozessen – Verwitterung und Umwandlung von organischer Substanz – treten weitere hinzu.

Dazu zählen Verlagerungsprozesse innerhalb des Bodens, Umwandlungsprozesse, Durchmischungsvorgänge und die Bodenabtragung durch Wasser, Wind oder die Schwerkraft. Alle Prozesse laufen solange ab, bis ein Endstadium der Bodenentwicklung, ein so genanntes Klimaxstadium, erreicht wird.

In welcher Art und Weise all diese Prozesse ablaufen und welche typischen Merkmale ein Boden schließlich hat, hängt von den jeweiligen Umweltbedingungen ab, die der Bodenkundler als Standortfaktoren bezeichnet. Zu diesen Faktoren zählen das Klima, die Geländeoberfläche oder das Relief, das Gestein, Tiere und Pflanzen, die Tätigkeit des Menschen und die Zeit.

So wird beispielsweise ein Boden unter sonst gleichen Bedingungen an einem steilen Hang anders aussehen wie in der Ebene. Denn am Steilhang fließt das Wasser im Boden und an seiner Oberfläche anders ab als in der Ebene. Am Hang ist die Bodendecke durch Erosion daher oft dünner, während sich in der Ebene im Boden Wasser stauen kann, welches die Bodenentwicklung entscheidend prägt. Lesen Sie zur Bodenentwicklung auch „Woraus entsteht Boden?“

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