Maulwurfshügel
Der Maulwurf zählt zu den im Boden lebenden Tieren, die für Durchmischung sorgen. ©Alexander Stahr

Den Bodentieren oder der Bodenfauna (benannt nach der römischen Göttin „Fauna“, Göttin des Waldes und der Tierarten), kommt durch die Zerkleinerung von abgestorbenen Pflanzenresten und Tierleichen sowie durch ihre Lebensweise eine ebenso bedeutende Rolle im Boden zu, wie den anderen dort lebenden Organismen. So sorgen zum Beispiel im Boden kriechende und im Boden wühlende Tiere für die Durchmischung, Durchlüftung und Lockerung des Bodens.

Die Bodenfauna kann nach der Größe der Tiere und nach der Art ihrer Lebensweise unterteilt werden:

Unterteilung nach der Größe

  • Mikrofauna (< 0,2 mm): zum Beispiel Fadenwürmer
  • Mesofauna (< 2 mm): zum Beispiel Springschwänze
  • Makrofauna (< 20 mm): zum Beispiel Regenwürmer
  • Megafauna (> 20 mm): zum Beispiel Maulwürfe

Unterteilung nach der Lebensweise

Bodentiere spielen eine wichtige Rolle für die Entwicklung der Bodenstruktur, für die Beschleunigung des Abbaus von organischen Substanzen und sind so genannte Anzeiger für die Bodenqualität, das heißt, dass das Vorkommen bestimmter Bodentiere Rückschlüsse auf die Eigenschaften des Standorts liefert.

Bedeutung für die Bodenstruktur

Vor allem die grabenden und wühlenden Bodentiere sorgen für die Lockerung, Durchmischung und Umlagerung von Bodenbestandteilen. Diese Vorgänge werden als Bioturbation bezeichnet (von griechisch „bíos“ = Leben und lateinisch „turbare“ = verwirren). Sie verbessern die Durchlüftung des Bodens, reichern den Mineralboden mit Humus an und erhöhen seine Fähigkeit, Wasser zu speichern (= Wasserkapazität). Insbesondere Regenwürmer, aber beispielsweise auch Schnecken, sorgen durch ihre Ausscheidungen und Schleimstoffe für ein stabiles Krümelgefüge im Oberboden.

Auch Weinbergschnecken verbringen einen Teil ihres Lebens im Boden. ©Alexander Stahr
Auch Weinbergschnecken verbringen einen Teil ihres Lebens im Boden. ©Alexander Stahr

Bedeutung für den Abbau organischer Substanzen

Prinzipiell würde abgestorbene organische Substanz, wie etwa Laub oder Nadeln, auch ohne Bodentiere zersetzt. Dafür sorgen Bakterien und Pilze. Doch Bodentiere beschleunigen den Abbau indem sie direkt kräftig mitmischen oder durch mechanische Zerkleinerung von organischen Substanzen den Abbau durch Pilze und Bakterien fördern.

So nagen einige Vertreter der Meso- und Makrofauna an organischen Materialien mit „zähen“ Hüllschichten. So kommen Mikroorganismen leichter an die Inhaltsstoffe von Zellen. Zudem führt die Anwesenheit von Bodentieren zu wesentlich günstigeren Humusformen, etwa durch die Ausscheidung von Regenwurmkot (= Regenwurmlosung).

Bedeutung als Indikatorfunktion

Die Leistungen der Bodentiere sind abhängig von den jeweiligen Umweltbedingungen, den so genannten Standortfaktoren (Klima, Vegetation, Gestein, Relief, Einfluss des Menschen). Sie bestimmen die Zusammensetzung der Bodenfauna und ihre Aktivität im Boden.

So spielen in sauren Böden Mückenlarven eine herausragende Rolle unter den Bodentieren. In kalkreichen Böden dominieren hingegen Regenwürmer und Schnecken den Streuabbau. Schnakenlarven zeugen von nassen Böden.

Die Zusammensetzung der Bodentierarten und die Häufigkeit einer Bodentierart lassen daher Rückschlüsse auf die Standortqualität beziehungsweise die Bodeneigenschaften zu. Bodentiere sind somit Indikatoren oder Zeigerorganismen für bestimmte Bodeneigenschaften.

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