Klasse: Auenböden (≈ WRB Fluvisols)

Böden mit a(e)Ah/aelC//aG-Profil

Kalkpaternia
Kalkpaternia der Schotterfluren im Wimbachtal, Berchtesgadener Land (Nördliche Kalkalpen). ©Alexander Stahr

Der Name der Kalkpaternia oder Auenpararendzina stammt vom spanischen Fluss Río Paternia. Die Kalkpaternia entwickelt sich in carbobathaltigen bis carbonatreichen jungen Flusssedimenten. Die typische (Norm-)Kalkpaternia weist ein aAh/aelC/aG-Profil auf. Ein Subtyp ist die Gley-Kalkpaternia mit aAh/aelC/aelC-aGo-Profil. Eine sehr humusreiche Varietät der Kalkpaternia, die Borowina, wird seit 2005 zur Kalkpaternia gestellt.

Die Kalkpaternia findet sich z. B. im Mittellauf von Flüssen, auf den Schotterfluren der Alpenflüsse (z. B. Lech) sowie im Bereich glazialer Sedimente im Alpenvorland. Episodische Überschwemmungen charakterisieren diese Standorte, wodurch ein wiederholter Nährstoffeintrag bewirkt wird. Darunter insbesondere Kalk, Magnesium und Stickstoff. Kalkpaternien sind meist humos bis stark humos, sehr gut durchlüftet, erwärmen sich rasch, haben aber eine nur geringe nutzbare Feldkapazität. Der Gehalt an Spurenelementen ist in der Regel gering.

Nutzung

Kalkpaternien besitzen eine nur geringe Wasserspeicherfähigkeit und hohe Wasserdurchlässigkeit, was durch höhere Niederschlagsmengen jedoch kompensiert werden kann (je nach Region). Daher kann dieser Boden ackerbaulich, als Grünland oder forstlich genutzt werden. Für die Ackernutzung spricht auch die in vielen Fällen leichte Bearbeitbarkeit des Bodens. Es kann jedoch Spurenelementmangel auftreten und es besteht eine hohe Nährstoffauswaschungsgefahr, so dass Vorsicht bei der Düngung geboten ist. Um der Nährstoffauswaschung entgegenzuwirken, sollte der Landwirt bei ackerbaulicher Nutzung Zwischenfrüchte mit anschließender Mulchsaat anbauen. Kalk- und Magnesiumdünger sind durch episodische Überschwemmungen entbehrlich. Je nach Region und Witterung kann zeitweise Wassermangel herrschen.

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