Ameisenbau
Ameisen bauen im Boden ihre weitverzweigten Behausungen. ©Alexander Stahr

Wenn man an Tiere im Boden denkt, fallen einem sicherlich zuerst Maulwurf, Regenwurm und vielleicht noch die urtümliche Assel ein. Aber der Boden beherbergt auch eine Vielzahl an Insekten: Zum Beispiel Ameisen und Springschwänze. Zudem dann gibt es noch zahlreiche Larven und Käfer im Boden.

Springschwänze

Weltweit gibt es mehr als 6.000 Arten davon. In Mitteleuropa findet man rund 2.000 Arten. Springschwänze oder Collembolen haben zahlreiche Lebensräume erobert. Sie sind flugunfähige Insekten und gehören zum Stamm der Gliederfüßer (Arthropoda). Die bis zu sechs Millimeter lang werdenden Tiere finden sich selbst oberhalb der Schneegrenze im Hochgebirge, sowie in den Randgebieten der Polarregionen, wo sie sich von Algen und Pollen ernähren.

Der überwiegende Teil der Springschwanzarten lebt jedoch in den oberen Schichten des Bodens. Dort kommen sie zum Teil in ungeheuren Mengen vor. Wegen ihrer großen Anzahl sind Springschwänze trotz ihrer geringen Größe ganz entscheidend an den Umsetzungs- und Zersetzungsprozessen im Boden beteiligt. Sie fressen Bakterien, Pilze, abgestorbene organische Substanzen und den Kot größerer Bodentiere. Dadurch regulieren und stimulieren sie einerseits das Wachstum der Mikroorganismen und fördern andererseits die Humifizierung und die Bodenfruchtbarkeit.

Ameisen

Diese fleißigen Arbeiter haben für den Boden viele Vorteile: Sie zerlegen tote Tiere und führen dem Boden wieder Nährstoffe zu, sie lockern durch ihre Gänge den Boden auf und vermischen ihn mit organischen Materialien. Denn die Tiere bauen ein weites System aus Röhren und Höhlen in den Boden. Ameisenhügel sind schon von weitem sichtbar. Doch der Hügel ist nur der oberirdische Teil der Behausung. Der größte Teil befindet sich gut geschützt unter der Erde. Wo eine Vielzahl von Ameisenstaaten auf engem Raum existiert, sind die Ameisenhügel zum Teil sogar unterirdisch vernetzt.

Käfer

Käfer
Viele Käferarten verbringen ihre „Jugend“ im Boden (Larvenstadien). ©Alexander Stahr

Käfer sind die artenreichste Insektenordnung. Sie gehören – wie die Springschwänze – zum Stamm der Gliederfüßer (Arthropoda). Es gibt Käfer, die im Boden und solche, die auf ihm leben. Die einheimischen Käferarten leben vorwiegend an der Bodenoberfläche, können aber beim Graben mehr oder weniger tief in den Boden eindringen. Denn viele Käferarten haben ein Larvenstadium im Boden. Daher sind Käfer an verschiedenen Umlagerungs-, Anreicherungs- und Zersetzungsprozessen im Boden beteiligt.

Bekannt sind zum Beispiel die Engerlinge, die Larven des Maikäfers (Melolontha melolontha). Die bis zu fünf Zentimeter großen Maikäferlarven entwickeln sich über etwa vier Jahre hinweg vollständig im Boden und ernähren sich von Pflanzenwurzeln. Im Herbst des letzten Jahres des Larvenstadiums verwandeln sich die Engerlinge in Jungkäfer. Sie überwintern bis zu einem Meter tief im Boden und schlüpfen dann meist Ende April.

Die dauernd im Boden lebenden Käferarten sind hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf den Boden weniger bedeutsam als die Käferarten, die an der Bodenoberfläche leben oder nur im Larvenstadium den Bodenkörper besiedeln. Diese Käfer sind in der Regel kleiner als fünf Millimeter. Zu ihnen gehören beispielsweise die Zwergkäfer (Pselaphidae). Diese Feuchtigkeit liebenden Käfer bewohnen die Streuschicht des Bodens und ernähren sich vor allem von Milben.