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Deckschichten: Äolisches Fremdmaterial

Lößanwehungen
Bild: Karl Josef Sabel

Mächtige Lößanwehungen sind die Folge eiszeitlicher Stürme.

Gewaltige Stürme, für die es heute nirgendwo auf der Erde vergleichbares gibt, griffen in den Kaltzeiten die Erdoberfläche an und verwehten sie zu ungeheuren Staubwolken. Während der letzten Kaltzeit wurden Millionen Tonnen von Löß (hochdeutsche Schreibweise für schweizerisch-elsässich-schwäbisch lösch = locker) aus den Schotterbetten der Flüsse und den großen Beckenlandschaften von den heftigen Winden bis in die angrenzenden Mittelgebirge verfrachtet.

Dabei waren die großen Flussebenen, wie zum Beispiel am Rhein, die bevorzugten Auswehungsgebiete, an deren Ufern ein Großteil des Lösses wieder abgelagert wurde. Ein gewisser Anteil an Löß dürfte sicherlich auch dem Ferntransport aus dem Vorfeld der Gletscher Nord-, Ost- und Süddeutschlands entstammen.

Mit zunehmender Höhenlage, Exponiertheit des Geländes und steigenden Niederschlagsmengen, die vermehrte Abspülung bewirkten, wurde die Lößmächtigkeit jedoch immer geringer, so dass wir heute nennenswerte Lößanwehungen vor allem in den tiefer gelegenen und etwas geschützteren Bereichen der Mittelgebirge antreffen.

Man kann davon ausgehen, dass das Kaltzeitklima während der Lößakkumulationsphasen ab 250 bis 300 Metern Höhe so feucht war, dass nur relativ wenig Lößstaub transportiert wurde und der Löß größerer Verspülung unterlag, die mit Entkalkung einherging. Folglich findet sich Löß, abgesehen von geschützten Lagen, hauptsächlich als Beimengung in den periglazialen Schuttdecken.

Die Beimengung von Löß in den periglazialen Schuttdecken verbesserte deutlich die Standortqualität gegenüber den weitgehend lößfreien Schutten auf einigen wenigen Hochflächen und Kämmen. Leider hat die jahrhundertelange landwirtschaftliche Nutzung mit einhergehender Zerstörung großer Waldareale dazu geführt, dass die in höheren Lagen der Mittelgebirge ohnehin vergleichsweise dünne Lößanwehung durch Erosion stark geschwunden ist.

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