Fachhochschule Osnabrück
In unserer Rubrik "Im Portrait" stellen wir dir Institutionen vor, die sich mit dem Schutz des Bodens befassen und in den Bodenwissenschaften ausbilden. Vielleicht findest du ja hier den richtigen Studiengang oder Praktikumsplatz für dich. Diesmal: Fachhochschule Osnabrück.
Osnabrück ist die heimliche Bodenhauptstadt. Warum? Weil die Fachhochschule Osnabrück als erste Hochschule in Deutschland auf Empfehlung der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft den Studiengang Bodenwissenschaften eingerichtet hat.
Seit 1996 gibt es an der Fachhochschule Osnabrück den Diplomstudiengang Bodenwissenschaften, der ab dem Wintersemester 2006 als M.Sc. (Master of Science) Bodennutzung und Bodenschutz weitergeführt wird. Damit ist die Fachhochschule Osnabrück die einzige Hochschule in Deutschland, die sich den Bodenwissenschaften von Grund auf widmet.
In die Bodenwissenschaft fließen zahlreiche Disziplinen ein: Bodenkunde, Biologie, Geologie, Geografie, Chemie, Physik, Ökologie, Meteorologie, Land- und Forstwirtschaft sowie Naturschutz, Umweltschutz, Landschafts- und Raumplanung, Altlastenkunde und Bodensanierung, Umweltvorsorge und Umweltüberwachung.
Um die Böden in ihren vielfältigen Funktionen schützen und nutzen zu können, ist daher interdisziplinäres natur- und wirtschaftswissenschaftliches, technisches und kommunikatives Fachwissen notwendig. All dies wird an der Fachhochschule Osnabrück vermittelt.
Die Absolventen des bisherigen Diplomstudiengangs Bodenwissenschaften werden wegen ihrer fachlichen und berufspraktischen Kompetenz bei Arbeitgebern sehr geschätzt. "Bodenwissenschaftler aus Osnabrück" hat damit einen guten Klang in der Fachwelt bekommen. Eine Absolventenbefragung ergab, dass die Jobvermittlungsquote mit insgesamt 80 Prozent erfreulich hoch liegt.
Ebenso vielfältig wie Böden sind auch die Berufsfelder der Absolventen des neuen Studiengangs Bodennutzung/Bodenschutz. Diese umfassen die Bodenbewertung nach ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten ebenso wie die Erarbeitung von Nutzungsstrategien. Der Schutz von Böden, ihre Sanierung oder ihre Verbesserung (Melioration) stehen im Mittelpunkt der Tätigkeit eines Bodenwissenschaftlers. Daraus leitet sich eine Fülle interessanter Aufgaben ab.
Berufliche Fragestellungen für Bodenwissenschaftler können zum Beispiel sein:
Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Landschaft und Böden?
- Wie lässt sich die Ertragsfähigkeit eines Bodens steigern?
- Wie intensiv darf ein Boden genutzt werden ohne ihn dauerhaft zu schädigen?
- Wie kann ein belastetes Industriegelände zum Wohngebiet werden?
- Was darf im Wasserschutzgebiet angebaut werden?
- Wie kann der Flächenverbrauch reduziert werden?
- Wie können Böden zur Abdichtung von Deponien genutzt werden?
Berufsaussichten
Das Interesse am lange vernachlässigten Schutzgut Boden hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. 1998 wurde das erste Bodenschutzgesetz in Deutschland verabschiedet mit dessen Umsetzung unterschiedliche Institutionen und Unternehmen beschäftigt sind, so zum Beispiel
- Ingenieurbüros für Bodengutachten
- Firmen, die sich mit Sanierung von Altlasten beschäftigen
- Wasserwerke, Trinkwasserversorger
- Planungsbüros
- Land- und forstwirtschaftliche Untersuchungsanstalten
- Umweltbehörden
Auch im europäischen Rahmen werden zunehmend den Bodenschutz betreffende gesetzliche Vorgaben gemacht, die dann in nationales Recht umgesetzt werden. Ein Beispiel ist das im Jahr 2004 novellierte Baugesetzbuch, das dem Medium Boden einen wesentlich höheren Stellenwert einräumt. Weltweit rücken Fragen der nachhaltigen Bodennutzung immer mehr in den Vordergrund. Deshalb ist auch international ein Anstieg des Bedarfs an Bodenwissenschaftlern in Beratung, Wirtschaft und Verwaltung zu verzeichnen.
Weitere Informationen erhältst du unter www.al.fh-osnabrueck.de