Ein Boden ist das Produkt seiner Umwelt oder anders gesagt das Produkt von an oder in der Nähe der Erdoberfläche wirkenden Vorgängen. Diese Vorgänge werden durch zahlreiche Faktoren, so genannte "Standortfaktoren" gesteuert. Und zwar durch:
- die chemischen Eigenschaften des Ausgangsgesteins der Bodenentwicklung
- die Verwitterungsbeständigkeit des Gesteins
- das Wasserangebot
- die Temperatur und Temperaturwechsel
- die Form und Himmelsrichtung der Geländeoberfläche (Relief)
- die Arbeit der Tiere, Bakterien, Pilze, Protisten und Pflanzen
- die Zeit
- den Einfluss des wirtschaftenden Menschen
All diese Standortfaktoren führen letztendlich zu einem bestimmten Bodentyp. Da gerade in Mitteleuropa die Standortbedingungen Gestein, Wasserangebot, Relief und Einfluss des wirtschaftenden Menschen auf kleinem Raum stark wechseln, treten beispielsweise in einer mitteleuropäischen Landschaft unterschiedliche Bodentypen kleinräumig nebeneinander auf.
Doch das Auftreten der Bodentypen ist dabei einer gewissen Regel unterworfen. Schaut man sich eine Bodenkarte der jeweiligen Landesämter an, so fällt auf, dass in einigen Landschaftsbereichen immer wieder ganz bestimmte Farben auftauchen. Diese Farben stehen für Bodentypen und Bodenformen. Eine Bodenform bezeichnet den Bodentyp zusammen mit seinem Ausgangsmaterial. Also zum Beispiel eine Braunerde (= Bodentyp) aus Flugsand (= Bodenform).
Jeder Bodentyp hat auf der Bodenkarte eine Grundfarbe: zum Beispiel blau für Bodentypen, deren Entwicklung vom Grundwasser gesteuert wird. Die abweichenden Blautöne stehen für unterschiedliche Ausgangssubstrate der Bodenbildung. So hat ein Gley aus Hochflutlehm ein etwas anders Blau als ein Gley aus lehmhaltigem Schutt. Somit dominieren in den Flusstälern blaue Farben.
In den Höhenlagen finden sich Pinktöne für Ranker und Rendzinen, also nur schwach entwickelte beziehungsweise erodierte Böden. Klar, in den Steillagen wird Boden abgetragen und in den Flusstälern herrscht das Grundwasser vor.
In ganz bestimmten Landschaftsbereichen oder Reliefpositionen finden sich demnach typische Böden. Dieses Nebeneinander von Bodentypen oder Bodenformen bildet eine Bodengesellschaft, eine Vergesellschaftung von Böden. Beschreibt man eine typische Bodenabfolge etwa vom höchsten zum tiefsten Punkt in einer Landschaft (durch Bohrungen oder gegrabene Aufschlüsse), so spricht man von einer so genannten Catena (von lateinisch "catena" = Kette). Und je nach Landschaft und ihren Gesteinen unterscheiden sich die "Bodenketten" oder Bodengesellschaften.
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So gibt es typische Vergesellschaftungen von Böden in Norddeutschland, im Alpenvorland, in den Alpen oder in den Mittelgebirgen. Wie immer in der Wissenschaft wird alles was zur jeweiligen Disziplin gehört typisiert oder klassifiziert. Nicht anders in der Bodenkunde. So ist eine Bodengesellschaft Teil der Bodenlandschaft und das so genannte Pedon (von griechisch "pédon" = Boden) das kleinste Individuum einer Bodendecke. Die größte Einheit stellt die Bodenzone dar.
Auf Verebnungen im Hang entsteht Staunässe, was zur Ausbildung von Pseudogleyen führt. Bäume sind in diesen Bereichen oft durch Windwurf gefährdet. In tieferen Lagen wurden während der letzten Kaltzeit von kräftigen Stürmen relativ mächtige Lößpakete abgelagert. Hierin entwickelten sich sehr nährstoffreiche Parabraunerden, die sich durch eine Tonanreicherung im Unterboden auszeichnen. In der Aue schließlich sind vom Grundwasser beeinflusste Böden wie Auengleye anzutreffen.
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