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Es war einmal

 

Es war einmal oder: eine kleine Geschichte der Bodenkunde

Goethe
Bild: University of Texas

Johann Wolfgang von Goethe
(1749–1832).

Bereits vor 3.000 Jahren haben die Chinesen und Ägypter, später auch die Griechen, den Boden nach seinem Nutzwert beurteilt. Die unterschiedlichen Böden wurden erfasst und es wurden Vorschläge zu ihrer Verbesserung erarbeitet. Bis vor 150 Jahren nannte man dies "Agrologie". Auch der berühmte Dichter, Naturforscher und Naturphilosoph Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) versuchte sich als Agrologe, indem er Verwitterungserscheinungen beobachtete und in Italien eine Terra Rossa (Roterde) beschrieb.

Die ersten rein naturwissenschaftlichen Forschungen am Boden begannen im 19. Jahrhundert durch den Agrologen Carl Sprengel (1787 – 1859) und den Chemiker Justus von Liebig (1803 – 1873). Als eigenes Fachgebiet ist die "Bodenkunde" im Jahr 1862 durch das Lehrbuch des deutschen Geologen, Pedologen und Juristen Friedrich Albert Fallou "Pedologie oder allgemeine und angewandte Bodenkunde" bekannt geworden.

Von 1878 bis 1898 veröffentlichte der deutsche Agronom Martin Ewald Wollny 20 Bände unter dem Titel "Forschungen auf dem Gebiete der Agrophysik", die bereits moderne bodenphysikalische Fragen aufgriffen.

Liebig
Bild: University of Texas

Justus von Liebig (1803–1873).

Als Begründer der Bodenkunde gilt jedoch der russische Geowissenschaftler und Naturforscher Wassilij Wassiljewitsch Dokutschajew (1846 – 1903), der 1883 den Band "Ruskij černozem" (Die russische Schwarzerde) herausgab. In diesem Werk werden erstmals die Zusammenhänge zwischen Klima, Vegetation und Bodenbildung herausgestellt.

In Deutschland ist seit 1926 die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft (DBG) das Sammelbecken aller am Boden Interessierter. Sie wurde am 24.02.1926 in Berlin als Sektion der Internationalen Bodenkundlichen Gesellschaft (IBG) gegründet.

Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurden geologische Landesämter eingerichtet, deren bodenkundliche Abteilungen mit der Aufgabe der bodenkundlichen Landesaufnahme (Kartierung) betraut wurden.

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