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Focus

Sauberes Wasser
Der "Schmutz" als Filter

Dr. Kai Uwe Totsche
Bild: Scheere/FSU-Fotozentrum

Dr. Kai Uwe Totsche ist neuer Professor für Hydrogeologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Sauberes Grundwasser ist eine wichtige Vorrausetzung für gesundes Trinkwasser. Wie der "Schmutz" zu unseren Füßen das Wasser reinigt, untersucht Dr. Kai Uwe Totsche, Professor für Hydrogeologie an der Uni Jena.

Sauberes Grundwasser ist keine Selbstverständlichkeit. Doch den wichtigsten Faktor es zu erhalten, treten wir tagtäglich mit Füßen. "Der Boden, die äußere Schicht der Erdkruste von etwa einem bis drei Meter Tiefe, wird in der öffentlichen Wahrnehmung als Filtersystem für Wasser bisher absolut unterschätzt", beklagt Prof. Dr. Kai Uwe Totsche.

Das könne man bereits am Sprachgebrauch feststellen. "Das englische "Soil" für "Boden" steht gleichzeitig auch für das Wort "Schmutz", weiß der neu berufene Professor für Hydrogeologie am Institut für Geowissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Dabei sei es gerade dieser "Schmutz", der das Wasser reinigt.

In seiner wissenschaftlichen Arbeit erforscht der 41-Jährige, wie Schadstoffe im Boden verlagert, umgewandelt und abgebaut werden. "Bisher wissen wir zwar, dass Wasser im Boden durch chemische, physikalische und biologische Prozesse gefiltert wird, doch wie das genau geschieht, ist bislang weitestgehend ungeklärt."

Grundwasser
Bild: Karl-Josef Sabel

Eine dünne "Haut" schützt das Grundwasser.

Vor seiner Berufung auf die Professur für Hydrogeologie hat Totsche als Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) am Lehrstuhl für Bodenkunde der Technischen Universität München gearbeitet. Dort befasste er sich unter anderem mit Selbstreinigungsprozessen in Böden und der Verlagerung von Schadstoffen und Kolloiden durch den Boden.

Seine wissenschaftliche Laufbahn begann er mit einem Studium der Geoökologie an der Universität Bayreuth. Am Bayreuther Institut für terrestrische Ökosystemforschung promovierte er über Transportvorgänge in Böden und die Entwicklung mathematischer Modelle zu diesen Vorgängen. Seine Habilitationsarbeit zum Thema "Reaktiver Stofftransport in Böden" schloss er 1999 ab.

In Jena will der Vater zweier Kinder unter anderem die "Architektur" des Bodens, der aus festen Bestandteilen sowie luft- und flüssigkeitsgefüllten Hohlräumen besteht, die mit zahllosen Mikroorganismen besiedelt sind, genauer untersuchen. Dazu nutzt er hoch auflösende Bild gebende Verfahren wie die Elektronenmikroskopie, Rasterkraftmikroskopie oder Computertomographie.

Auf diese Weise will Prof. Totsche "ein Fenster" in den undurchsichtigen Untergrund öffnen. "Nur wenn wir den genauen Aufbau und die Entstehung seiner Strukturen kennen, können wir die einzelnen Prozesse, die im Boden ablaufen und damit seine Funktionen, tatsächlich verstehen", ist er überzeugt.

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