Warum ist der Boden braun?
Sicherlich hat sich schon manch ein Natur- oder Gartenfreund einmal gefragt, warum Boden eigentlich fast immer braun ist. Selbst der Boden über grauen oder grünlichen Gesteinen ist mehr oder weniger braun. Nun, die zerkleinerten Überreste der Gesteine überkommt das gleiche Schicksal wie unsere Autos: sie rosten.
Die Verwitterung lässt nicht locker
Alle Gesteine an der Erdoberfläche sind Wind und Wetter ausgesetzt. Sie werden von Regenwasser oder Temperaturschwankungen angegriffen. Daher verwittern sie, und vom Gestein bleiben häufig nur Schutt, Sand oder noch feinere Teilchen übrig. Doch die Verwitterung lässt nicht locker und arbeitet auch bei den Gesteinsüberresten munter weiter.
Eisen aus Mineralien rostet
In Mitteleuropa hat die letzte Eiszeit überall Verwitterungsschutt hinterlassen. Der Schutt setzt sich aus unterschiedlichen Mineralien zusammen, von denen viele Eisen enthalten. Die fortwährende Verwitterung bewirkte die Freisetzung dieses Eisens aus dem Kristallgitter der Mineralien. Schließlich wurde das Eisen durch die Einwirkung von Sauerstoff und Wasser oxidiert, es rostete.
Rost färbt den Boden braun
Der unter den Klimabedingungen in Mitteleuropa entstandene braune Rost oder genauer das Eisenhydroxid, heißt Goethit. Es umhüllt als Häutchen die Mineralpartikel des Bodens und färbt ihn in allen möglichen Brauntönen. Der Boden enthält auch Pflanzenüberreste, den Humus. Und je mehr von ihm vorhanden ist, desto dunkelbrauner ist der Boden.
Nicht alle Böden sind braun
In Gegenden, wo rötliche Sandsteine vorkommen, ist der Boden nicht braun sondern rot. Er hat seine Farbe von den Sandsteinen, die einst unter heißem Klima gebildet wurden. Unter solch einem Klima entsteht ein anderer Rost, das so genannte Roteisenerz „Hämatit“. Dieser Name stammt vom griechischen Wort "haimatóeis", was blutig bedeutet. Der „blutige“ Rost ist sehr stabil und färbt daher bis zum heutigen Tag die Böden aus Sandstein rot.