Boden kann man auch als "Nichtprofibodenkundler" in gewissem Umfang selbst erkunden und untersuchen. Dazu benötigt man nur einige Hilfsmittel wie einen Spaten, die Finger (kann man hinterher waschen), eine gute Beobachtungsgabe, einfache technische Geräte (zum Beispiel einen pH-Meter aus dem Elektronikfachgeschäft) oder Hilfsmittel wie pH-Teststäbchen, die man beispielsweise in Aquarienfachgeschäften bekommt sowie verdünnte Salzsäure aus der Apotheke.
Pflänzchen zeigen`s dir
Einige Erkenntnisse über den Boden erlangt man sicherlich auch durch unsere einfachen Experimente bei "Mach mal!". Und dann gibt es noch vergleichsweise einfache Methoden, um die Eigenschaften eines Bodens zu untersuchen: die Pflänzchen.
Viele Pflanzen brauchen ganz bestimmte Standortbedingungen in Bezug auf das Licht, die Temperatur, die Bodenfeuchte, den Kalkgehalt und beispielsweise den Stickstoffgehalt. Sie zeigen also in gewissem Umfang auch, wie der Boden beschaffen ist. Wo zum Beispiel die Große Brennessel (Urtica dioica) wächst, ist der Boden reich an Stickstoff.
Der Kleine Sauerampfer (Rumex acetosella) hingegen zeigt Stickstoffarmut an und die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) einen frischen und leicht sauren Boden. Daher nennt man solche Pflanzen auch Zeigerpflanzen oder Indikatorpflanzen. Sie besitzen eine geringe Toleranz gegenüber Veränderungen ihrer Lebensbedingungen. Somit zählen sie auch zu den so genannten Bioindikatoren.
Info: Kressetest
Wenn man wissen möchte, ob Gemüse und Salat auf dem eigenen Gartenboden gut gedeihen werden, kann man den recht simplen Kressetest durchführen. Denn Kresse wächst nicht gut auf einem Boden, der zum Beispiel versalzen, überdüngt oder mit Rückständen von Unkrautvernichtungsmitteln (= Herbizide von lateinisch "herba" = Kraut, Gras) angereichert ist.
Für den Test nimmt man zwei gleich große Schälchen. Eines wird mit dem zu testenden Gartenboden gefüllt, das andere sozusagen als Kontroll- oder Vergleichsschälchen mit Watte ausgekleidet. In beide Schälchen wird die gleiche Menge an Kressesamen gleichmäßig ausgesät. Boden und Watte nun gut mit einer Sprühflasche anfeuchten und am Schluss noch über beide Schälchen einen durchsichtigen Gefrierbeutel stülpen. Dadurch bleibt die Luftfeuchtigkeit für beide Schälchen gleich.
Nach etwa zehn Tagen kann man das Testergebnis sehen: Auf einem nicht so guten Boden wächst die Kresse deutlich schlechter als auf der Watte. Das kann man an verschiedenen Merkmalen der Kresse im Bodenschälchen erkennen: gelbliche Keimblätter, gehemmter oder verkrüppelter Wuchs. Ist der Testboden hingegen gut, so entwickeln sich die Keimlinge kräftiger und größer als auf der Watte.
Tierchen zeigen`s dir
Neben den Zeigerpflanzen geben auch die im Boden lebenden Tiere Hinweise auf manche seiner Eigenschaften. Wenn es in der Streuauflage und im humosen Oberboden nur so von verschiedenen Tierarten wimmelt, dann dürfte die Beschaffenheit des Bodens recht gut sein.
Würmer zum Beispiel reagieren empfindlich auf sauren Boden. Wenn weiß bis gelblich gefärbte Enchyträen, die in der Streuauflage und im humosen Oberboden leben, fehlen, kann dies auf einen versauerten Boden, Umweltchemikalien oder Pflanzenschutzmittel im Boden hinweisen.
Auch die berühmten Regenwürmer reagieren empfindlich auf sehr sauren Boden und meiden ihn genauso wie die Asseln. Sie mögen vorwiegend den oberflächennahen Bereich lockerer, grobporenreicher und kalkhaltiger oder nicht zu saurer Böden.
Experten raten dir
Wenn man es natürlich hundert- bis tausendprozentig genau wissen möchte, wie der Boden im Garten oder derjenige, den man gerade untersuchen möchte, denn so beschaffen ist, dann sollte man Bodenproben durch Fachleute untersuchen lassen. Denn durch Laboranalysen lassen sich die bodenchemischen Eigenschaften bis aufs Komma genau exakt bestimmen.
Bodenanalysen führen zum Beispiel Pflanzenschutzämter, Landwirtschaftliche Forschungsanstalten, manche Hochschulen und geologische Landesämter durch. Natürlich gegen eine Gebühr, die je nach Einrichtung unterschiedlich hoch ausfällt. Tipp: Vielleicht findet man ja einen netten Fachmann oder eine nette Fachfrau in den genannten Institutionen, die so etwas für Schülerinnen, Schüler und Schulklassen im Rahmen eines Projektes auch kostenlos durchführt.
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