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Chemische Verwitterung: Hydration

Gegensätze ziehen sich an

Granitfels
Bild: Alexander Stahr

Dieses Granitgestein im Harz wurde durch Hydration verwittert.

Gesteine bestehen aus Mineralien. Die meisten Mineralien haben eine gleichmäßige, symmetrische Anordnung ihrer kleinsten Teilchen, der Atome. Man bezeichnet dies als Kristallgitter. Die Atome im Kristallgitter sind positiv und negativ elektrisch geladen, sonst würden sie sich ja nicht im Kristallgitter gegenseitig anziehen. Geladene Atome heißen nicht mehr Atome, sondern Ionen.

Wasser besteht aus unzähligen kleinsten Teilchen, den Wassermolekülen. Diese bestehen wiederum aus zwei positiv geladenen Wasserstoffatomen an einem Ende und einem negativ geladenem Sauerstoffatom am anderen Ende. Wenn Wassermoleküle in feine Risse im Gestein eindringen, lagert sich ihre negative Sauerstoffseite an die positiven Ionen im Kristallgitter an.

Die Anlagerung von Wassermolekülen an das Kristallgitter von Mineralen führt dazu, dass die gegenseitige Anziehung der entgegengesetzt geladenen Ionen des Kristallgitters behindert wird. Das Kristallgitter der Mineralien des Gesteins verliert dadurch langsam seinen Zusammenhalt.

Dies ruft wiederum starke Spannungen zwischen den bereits von dieser so genannten "Hydration" (von griechisch "hydor" = Wasser) erfassten und den noch unveränderten Gesteinspartien hervor. Schließlich zerfallen die betroffenen Gesteinspartien zu Schutt. Gesteine wie der Granit wurden in unseren Mittelgebirgen tiefgründig durch Hydration verwittert. So beispielsweise im Fichtelgebirge, im Bayerischen Wald und im Odenwald.

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