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Bodeneigenschaften: Bodengefüge

Bodenefüge
Bild: Alexander Stahr

Boden ist nicht nur eine Ansammlung von mineralischen und organischen Teilchen, er hat auch ein ganz bestimmtes Gefüge, das man auch Bodenstruktur nennt.

Neben den Poren und anderen Faktoren bestimmt das so genannte Bodengefüge die Eigenschaften eines Bodens. Der Begriff "Gefüge" beschreibt die Art und Weise, in der die Teilchen, aus denen sich ein Boden zusammensetzt, zueinander gelagert sind.

In der Regel versteht man unter "Gefüge" das Gefüge, welches mit bloßem Auge erkennbar ist. Man nennt es auch Makrogefüge. Das noch feinere Bodengefüge, das so genannte Mikrogefüge, ist nur noch unter dem Mikroskop erkennbar.

Die Entstehung des Bodengefüges beruht auf den verschiedenen Vorgängen der Bodenentwicklung. Aus diesem Grund hat jeder Bodentyp beziehungsweise jeder Bodenhorizont auch ein ganz bestimmtes Gefüge.

Man unterscheidet zwei Grundformen des Makrogefüges, die weiter unterteilt werden:

A) Das Grundgefüge

Hierzu zählen:

Einzelkorngefüge
Bild: Alexander Stahr (aus Blum 2007, verändert)

Einzelkorngefüge

Das Einzelkorngefüge

Beim Einzelkorngefüge liegen sämtliche Bodenteilchen einzeln nebeneinander vor, ohne irgendwie verkittet zu sein. Dieses Gefüge ist charakteristisch für viele lockere Sandböden.

Das Kittgefüge

Von diesem Gefüge spricht man, wenn einzelne Bodenkörner durch bestimmte Substanzen verkittet werden. So können sich zum Beispiel Eisenverbindungen, die mit dem Sickerwasser verlagert wurden, im Unterboden anreichern und die Bodenteilchen verkitten.

Kohärentgefüge
Bild: Alexander Stahr (aus Blum 2007, verändert)

Kohärentgefüge

Das Kohärentgefüge

Beim Kohärentgefüge (von lateinisch "cohaerere" = zusammenhängen) sind alle Bodenteilchen durch Ton miteinander verklebt. Der entsprechende Boden oder Bodenhorizont bildet sozusagen eine ungegliederte Masse. Die daraus resultierende Porenarmut macht einen solchen Boden als Standort für Kulturpflanzen ungeeignet. Ein Kohärentgefüge findet sich zum Beispiel bei Böden, die bei feuchter Witterung mit landwirtschaftlichen Maschinen befahren wurden. Das zuvor lockere Gefüge wird durch die Reifen regelrecht zerknetet. Man spricht von der Homogenisierung des Bodengefüges.

B) Das Aggregatgefüge

Beim Aggregatgefüge (von lateinisch "aggregare" = beigesellen) haben sich die Bodenteilchen zu größeren Teilchen, den Aggregaten, zusammengefügt. Die Ursachen dafür sind Schrumpfungsvorgänge im Boden, die zur Absonderung von Bodenteilchen führen oder biologische Vorgänge, die eine Zusammenballung von Bodenteilchen bewirken. Beim Aggregatgefüge wird nochmals zwischen einem Makrogrobgefüge und einem Makrofeingefüge unterschieden.

Das Makrogrobgefüge

Hierzu zählen:

Rissgefüge
Bild: Alexander Stahr

Rissgefüge

Das Rissgefüge

Es entsteht durch Trocknungs- und Schrumpfungsvorgänge in tonig-lehmigen Böden mit vorherigem Kohärentgefüge. Die Risse im Bodenstellen wichtige Wasserleitbahnen dar und sind wichtige Zonen für die Pflanzenwurzeln.

Säulengefüge
Bild: Alexander Stahr (aus Blum 2007, verändert)

Säulengefüge

Das Säulengefüge

Dabei handelt es sich um ein Rissgefüge, das sich zu säulenartigen Formen hin verändert hat, die in sich verdichtet sind. Das Säulengefüge findet sich in Marschböden oder etwa bei tonreichen Pseudogleyen.

Das Schichtgefüge

Dieses Gefüge ist bereits im Ausgangsmaterial der Bodenbildung vorhanden. So kann zum Beispiel ein Sediment, in dem sich ein Boden bildete, breits geschichtet sein. Daher sagt man auch, dieses Gefüge ist "geogen" (von griechisch "gé" = Erde und "genés" = stammend).

Das Makrofeingefüge

Hierzu zählen:

Krümelgefüge
Bild: Alexander Stahr (aus Blum 2007, verändert)

Krümelgefüge

Das Krümelgefüge

Dieses Gefüge besteht aus mehr oder weniger gerundeten Aggregaten, die durch biologische Vorgänge entstanden sind. Daher finden sich die stark porösen Krümel zumeist im humosen Oberboden, dem A-Horizont. Die Krümel werden durch feine mineralische Bodenteilchen, Humus, Algen, Bakterien und Pilzfäden zusammengehalten.

An der großen (inneren) Oberfläche der Krümel spielen sich zahlreiche chemische Prozesse ab, etwa der Austausch von Nährstoff-Ionen. Den Pflanzen erleichtert das Krümelgefüge auch die Aufnahme von Wasser und Wurzeln werden in ihm besser mit Sauerstoff versorgt.

Das Subpolyedergefüge

Dieses Gefüge besteht aus porösen Aggregaten mit stumpfen, leicht abgerundeten Kanten. Es kommt häufig im B-Horizont von Braunerden vor. Die Aggregate sind überwiegend porös und stabil. Daher bilden sie ein bodenökologisch günstiges Hohlraumsystem.

Polyedergefüge
Bild: Alexander Stahr (aus Blum 2007, verändert)

Polyedergefüge

Das Polyedergefüge

Das Polyedergefüge besteht aus mehr oder weniger porösen Aggregaten, die durch unregelmäßige Flächen begrenzt sind. Die kanten sind zumeist scharf ausgeprägt. Ein Gefüge mit sehr großen Polyedern (Durchmesser > 50 mm) wird Blockgefüge genannt.

Prismengefüge
Bild: Alexander Stahr (aus Blum 2007, verändert)

Prismengefüge

Das Prismengefüge

Das Prismengefüge folgt oft unterhalb der Polyederzone von Pelosolen, im Stauhorizont von tonreichen Pseudogleyen und im Schwankungsbereich des Grundwassers.

Plattengefüge
Bild: Alexander Stahr (aus Blum 2007, verändert)

Das Plattengefüge

Es besteht aus plattigen Aggregaten mit überwiegend rauen und horizontal liegenden Grenzflächen. Dieses Gefüge findet sich überwiegend in tonig-lehmigen Böden infolge einer Verdichtung. So zum Beispiel unter Fahrspuren oder Wegen. Nicht zu verwechseln mit dem natürlichen Schichtgefüge.

Gefügefragmente
Bild: Alexander Stahr

Gefügefragmente

Die Gefügefragmente

Sie entstehen durch mechanische Zerlegung des Bodens – etwa durch Pflügen. Es sind künstliche, unregelmäßige Fragmente mit rauen Bruchflächen. Bei Fragmentgrößen von bis zu 50 Millimetern Durchmesser spricht man vom Bröckelgefüge. Es ist typisch für gepflügte Horizonte (Ap-Horizonte) und oft mit dem Krümelgefüge vergesellschaftet. Bei größeren Fragmenten spricht man vom Klumpengefüge. Dieses Gefüge entsteht, wenn feinkörnige Böden bei zu feuchtem Wetter gepflügt werden.

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