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Boden als Klimaretter?
Er ist im Gespräch

Arktis
Bild: Herbert Funk

Kann der Boden helfen, die arktischen Gletscher zu retten?

Müncheberg (st). Du weißt sicherlich, das Kohlenstoffdioxid als so genanntes Treibhausgas im Mittelpunkt der Diskussion um die Klimaerwärmung steht. Es wird zum Beispiel von Industrieschornsteinen und von unseren Heizungen und Autos in die Luft geblasen. Der Boden kann dieses Treibhausgas jedoch speichern.

Das Klima wird wärmer. Ob das auf natürliche Ursachen, auf den Menschen oder gar auf beides zurückzuführen ist, darüber streiten die Forscher zurzeit heftig. Doch sicherlich trägt Kohlenstoffdioxid (CO2) zu einem bestimmten Grad dazu bei, das Klima zu erwärmen. Daher sollte möglichst wenig davon in die Atmosphäre gelangen.

Es gibt nun einen Kohlenstoffdioxidspeicher, von dem kaum jemand etwas weiß: der Boden. Du läufst über ihn, spielst oder sitzt auf ihm, aber hättest du das von ihm gedacht? Der Boden kann erhebliche Mengen Kohlenstoff binden. Mit etwa 1.500 Gigatonnen bindet der Boden derzeit rund doppelt soviel Kohlenstoff, wie im Kohlenstoffdioxid der Atmosphäre vorkommt.

Eine Gigatonne (Abkürzung Gt) sind 1.000.000.000 Tonnen. Das wäre ein Brikettwürfel mit einer Kantenlänge von fast 1.000 Metern. Wo der Humusgehalt zunimmt, leistet der Boden als so genannte "Senke" einen Beitrag zur Verringerung des CO2-Anstiegs in der Atmosphäre. Wo hingegen Humus abgebaut wird, trägt er als Quelle zur Zunahme des Treibhausgases bei.

Im Rahmen eines Schwerpunktprogramms "Böden als Quelle und Senke für CO2" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) untersucht das Zentrum für Agrarlandschafts- und Landnutzungsforschung (ZALF) in Müncheberg mit anderen Einrichtungen die Beeinflussung der Stabilität der organischen Bodensubstanz durch die Art der Landnutzung.

Je stabiler der Humus im Boden, desto eher kann der Boden CO2 binden. Humus entsteht vor allem durch Pflanzenabfälle, also Laub, Äste oder herabgefallene Früchte. Gute Böden besitzen sehr stabilen Humus in Form von so genannten Huminstoffen. Sie verbinden sich fest mit Bodenteilchen und bleiben so lange im Boden erhalten. Mit ihnen natürlich auch der Kohlenstoff aus dem Kohlenstoffdioxid. Denn dieser wurde vorher von den Pflanzen gespeichert.

Wenn der Boden zum Beispiel längere Zeit ohne schützende Vegetation ist, erwärmt er sich in der Sonne. Dadurch werden die vielen Lebewesen im Boden aktiver und bauen den Humus wieder ab. Da sie dabei Kohlenstoffdioxid freisetzen, gelangt es wieder in die Atmosphäre. Auch die Art der Bewirtschaftung des Bodens entscheidet über die Stabilität des Humus. Man kann nun gespannt sein, welche Art der Landnutzung nun die beste ist und den stabilsten Humus hervorbringt.

Quelle: ZALF
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