Die Fahlerde
Boden des Jahres 2006
Oldenburg (st). Am Weltbodentag Am 5. Dezember findet der internationale Tag des Bodens statt. Unter dem Motto „Bodenschutz ist auch Verbraucherschutz“ gibt es an diesem Tag in zahlreichen Städten Vorträge und Veranstaltung wurde der Boden des Jahres 2006 ausgerufen. Ausgewählt wurde die Fahlerde.
Der Boden ist eine wichtige Lebensgrundlage. Er liefert uns 95 Prozent von dem, was wir täglich essen, er speichert und reinigt unser Trinkwasser. Doch Boden ist nicht gleich Boden. Es gibt sehr verschiedene Bodentypen. Denn je nach Klima, Gestein und Geländeoberfläche entwickelt sich ein anderer Bodentyp.
Die Internationale Bodenkundliche Gesellschaft hat vor drei Jahren den internationalen Tag des Bodens ins Leben gerufen. In diesem Jahr war die Schwarzerde Boden des Jahres. Und im nächsten Jahr ist es die Fahlerde.
Fahlerden sind fruchtbare Böden. Neben Winterweizen, Wintergerste und Raps wachsen auch Wälder sehr gut auf diesem Boden. Die gute Wasserspeicherung dieses Bodens ermöglicht ein üppiges Pflanzenwachstum. Fahlerden liefern sauberes Grundwasser und beherbergen viele Mikroorganismen und kleine Bodentiere.
Damit sind sie sehr wichtig für die Stabilität unserer Lebensräume. Bereits vor etwa 4.000 Jahren nutzten die Menschen Fahlerden zum Ackerbau. Sie wussten offenbar schon damals, was ein guter Boden ist. Fahlerden entstanden überall dort, wo die Gletscher und Staubstürme der Eiszeiten feinkörnige Ablagerungen, so genannte Sedimente hinterlassen haben. So sind Fahlerden beispielsweise in Mecklenburg–Vorpommern weit verbreitet.
Die Fahlerde zeichnet sich besonders dadurch aus, dass sie im Untergrund einen Bereich, einen so genannten Bodenhorizont hat, der mehr Ton enthält. Dadurch kann das Sickerwasser nicht so schnell nach unten hin verschwinden. Das macht die Fahlerde in Gebieten in denen sonst nur sandige Böden vorkommen für die Landwirtschaft so wertvoll. Denn in Sandböden versickert das Wasser rasch, und der Boden trocknet aus. Das bekommt vielen wichtigen Nutzpflanzen nicht besonders gut.